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Januar 2010:
Klimagipfel Kopenhagen
Präsidenten aller Staaten trafen sich in Dänemark, denn sie wollten, wie sie sagten, für die Welt sich machen stark.
Es ging darum, ein Dokument, das man vor Jahren sich ersann, nun endlich auch mal umzusetzen. Die Frage war nur wie und wann.
Viel Zeit ist wahrlich nicht geblieben, denn eigentlich ist’s schon zu spät,
um uns’re schöne Welt zu retten, bevor sie in Gefahr gerät.
Es ging um CO²-Ausstoß, den zu begrenzen war das Ziel, und die, die kamen, welche Hoffnung, hielten hiervon noch sehr viel.
Zumal ja keiner ernsthaft froh ist, wenn das Klima sich verändert, und durch Stürme und Orkane auf dem Meer ein Schifflein kentert.
Oder wenn ist Südostasien Taifune Orte wegradieren, und die Überlebenden auch ihr Hab und Gut verlieren.
Wenn in Grönland, weit im Norden, Eisberge schmelzen, die schon standen, als die ersten Menschenkinder Glück und Freude schon empfanden.
Weite Länder wären wahrlich schnell vom Untergang bedroht. Um den Rest der schönen Erde gäb’ es Kriege, gäb’ es Tod.
Gewitter gäb’s und auch viel Hagel, Stürme, Hitze und so weiter. Selbst der Dümmste würde sagen: Stopp, es reicht, es wär’ gescheiter,
nun endlich, endlich einzugreifen. Doch immer noch gibt’s Staatenlenker, die aus eigennütz’gen Gründen schützen Wirtschaft und die Banker!
So wurd’ auch diese Chance vertan die Klimawende einzuleiten. Ihr Präsidenten dieser Erde wie lange lässt ihr uns noch leiden!
Februar 2010:
Ich mag dich
Ich mag deine Augen, ich mag' deine Lippen, ich mag deine Hände und auch deine Rippen. Ich mag deine Beine beim Steh’n und beim Gehen
Und auch deine Haare, wenn im Winde sie wehen.
Ich mag deren Farbe, auch wenn sie verblasst; ich weiß, dir ist dieser Gedanke verhasst. Ich mag deine Ohren, die zärtlichen, süßen,
ich mag auch dein Näschen und auch deine Füßchen.
Deine Haare mag ich, die blonden hellen, ich mag sie besonders, wenn sie sich wellen. Ich mag deinen Rücken und mag deinen Po
und das Bäuchlein, das kleine, sowieso.
Ich mag sehr dein Kinn, deinen Mund, deine Haut, Und auch deinen Hals, den find’ ich nicht out.
Deine Taille ist auch nicht so schlimm wie du meinst; ich mag dich fast immer, auch wenn du ’mal weinst.
Ich mag es, dir nachts beim Schlafen zu lauschen und wollte gewiss mit ander’n nicht tauschen,
denn so schön sind die Töne, die an mein Ohr dringen, ich weiß wohl, dass Glocken nicht schöner klingen.
Ich mag sehr dein Lachen und schau in dein Herz, ich mag keine Tränen voll Leid oder Schmerz, ich mag deine liebe und freundliche Art;
Gott hat diesbezüglich bei dir nicht gespart.
Ich mag dich, ich lieb’ dich seit ganz vielen Jahren, da in all diesen Jahren wir glücklich waren.
Kein Tag, der mich reute, kein Tag will ich missen. Ein Leben ohne dich wäre wahrlich beschissen.
März 2010:
Trauer
Er starb mit 88 Jahren. Was bleibt, ist die Erinnerung an einen liebevollen Vater, geschätzt von Menschen, alt und jung.
Mit meiner Schwester, Ingrid heißt sie, wuchs ich wohlbehütet auf, und Vater nahm in schweren Zeiten auch manch’ Entbehrungen in Kauf.
Und Liesel, woher nahm sie nur die Kraft, ihn zu pflegen Jahr für Jahr? Trotz der eigenen Gebrechen war sie immer für ihn da.
Friedlich schlief er letztlich ein, nachdem er nun schon lange Zeit nach einem schweren Schlaganfall mit viel Geduld ertrug sein Leid.
“Ach Herr laß’ dein lieb Engelein, am letzten End’ die Seele sein in Abrahams Schoß tragen!” (*)
Geschätzt von Menschen alt und jung, starb er mit 88 Jahren. An einen wundervollen Vater bleibt nur noch die Erinnerung.
(*) Vers aus dem Schlußchoral von Bach’s Johannespassion Die Engel werden dir singen!!!!!
April 2010:
Amerika, Amerika
wir waren Freunde viele Jahre, wir teilten Freude und auch Leid. Das alte Deutschland war dir nahe und war auch stets auf deiner Seit’.
Du hast die Augen uns geöffnet, du warst zu helfen uns bereit. Garant warst du für uns’ren Frieden, für Freiheit, Recht und Einigkeit.
Nun willst du den Irak besiegen, nun willst du kämpfen ohne Not. Gegen ein geschund’nes Land bringst du Elend, bringst du Tod.
Keiner darf dich daran hindern, keiner darf dir widersprechen. Den, der dies tut, lässt du links liegen,
mit dem willst du die Freundschaft brechen.
Gehört dir denn die ganze Erde? Gehört dir Weltraum und das Meer? Jeder hat ein Recht zu leben wir nicht wen’ger, du nicht mehr.
Wir wollen Frieden, keinen Krieg, wir wollen leben, wunderbar. Darum bemüh dich, zeige Stärke, Amerika, Amerika.
Mai 2010:
Der Wecker klingelt
Der Wecker klingelt, draußen ist noch Nacht. Mit Mühe nur quäl’ ich mich aus dem Bette. Ich trotte in das Bad, natürlich nur ganz sacht.
Der Tag wird schwer, da halt’ ich jede Wette.
Die Zähne werden vom Belag befreit, ein Spritzer Wasser noch, der Geist erwacht und ist zu großen Taten nun bereit.
Im Erdgeschoß wird schon Kaffee gemacht.
Ein Tässchen schon belebt die übrigen Geister, man fühlt sich fit, der Tag er kann beginnen. Ich fahr’ zur Arbeit wahrlich wie ein Meister,
man kann auch dieser Zeit noch Schönes abgewinnen.
Bevor der Geist sich regt, ermatten mir die Glieder. Ein Tässchen Tee ist schnell nun aufgebrüht, und auch der Magen meldet sich schon wieder.
Man ist halt immer um sein Wohl bemüht.
So nebenbei setz’ ich mich an die Arbeit; genug ist heut’ zu tun, es bahnt der Stress sich an. Zum Feierabend ist es noch so weit,
drum hol’ die Zeitung ich von nebenan.
Doch dann ist Bildschirmarbeit angesagt. Es wird getestet, was zu testen geht, und wenn dann einer sich zu nähern wagt,
so wird er verbal weggefegt.
Nun ist es kurz vor zwölf und somit höchste Zeit für eine Paus’; die will ich gerne machen. Kurz in die Stadt, der Weg, er ist nicht weit,
man braucht ja schließlich doch so manche Sachen.
Verschwitzt und abgekämpft geht’s dann zurück zur Stätte, die mich ernährt seit ach so langer Zeit.
Ach wenn ich jetzt doch nur die Zeit noch hätte um auszuruh’n; es ist jetzt Mittagszeit.
Drei Stunden noch, dann ist der Tag vorbei. Es gibt nicht viel zu tun, Gott sei’s gedankt. Doch es vergeht die Zeit kaum bis um drei;
um diese Zeit, da wird nach Haus’ gewankt.
Nur dort da kann ich mich so recht erholen, zu Haus’, wo Frau und Kinder sind nicht weit und ich mich nun ganz leise und verstohlen
auf dem bequemen Sessel mache breit.
Juni 2010:
Eine taube Taube
DerEine taube Taube und ’ne blinde Kuh spielten beide Scrabble. Die Eule schaute zu.
Sie ärgerte die Katzen, die gern auf weichen Tatzen sich an den Tischen raufen, wo Mäuse sich besaufen.
Vom Wald her kam ein Löwe mit einer großen Mähne begleitet von ’ner Möve. Der kullerte manch’ Träne,
weil ihr Freund der Tiger blieb nur zweiter Sieger beim Tanzen mit der Maus im schön verzierten Haus.
Aus dem Wasser sprang ein Fisch zu der Spinne, die sich freute auf den großen Gabentisch, denn sie hat Geburtstag heute.
Im Hause kroch die kleine Laus soeben aus dem Mehl heraus, wo sie ein Bad sich gönnte und sich dort oft verwöhnte.
Ein Känguruh, es schaute zu, wie sich zwei Wale küssten. Der freche Spatz gab keine Ruh’, wenn das die Eltern wüssten!
Den Bungee-Sprung vom Elefant als Höhepunkt ich noch empfand, doch landete er nur wenig sacht. Da bin ich aufgewacht.
Juli 2010:
Limerick
Karpfen
Ein Karpfen, der im Teiche schwamm, sich eines bess’ren wohl besann, sprang voller Elan übe Hugo, den Schwan.
Jetzt schaut er vom Land aus das Nass an.
Die Schnake
Die Schnake, die am Bachesrand ein braungebranntes Opfer fand, stach, o wie gemein. ganz unten ins Bein
und flog wieder fort, Ziel unbekannt.
August 2010:
Zum Geburtstag
In deinem Alter, ich gesteh’, tun einem schon die Hände weh. Die Zähne wackeln, wie sie wollen, die Haare fall’n, wie sie nicht sollen.
Kurzum und unter uns gesprochen, man ist halt schon ein alter Knochen.
Die Hüft’ ist auch nicht mehr so fein, am Bier liegt’s nicht, auch nicht am Wein. Gott sei Dank, seit jenem Kniff
hast du Erkältungen im Griff, die dir noch vor wen’gen Jahren ständige Begleiter waren.
Dafür rauben Allergien oftmals alle Energien. Und zu deines Wesens Leid komm’n die Pfunde mit der Zeit, die sich um dein Bäuchlein legen.
Hier fehlt’s an Lust, sie gut zu pflegen.
Du brauchst dich also nicht zu grämen oder dich gar sehr zu schämen. Es nützt auch nichts, wenn du dich hasst, weil ihr so gut zusammenpasst.
Ich hoffe, dass du nie vergisst, dass er dich nimmt, so wie du bist.
Man mag dein Bäuchlein klein und rund, es ist ja wohl nicht ungesund. Die krummen Zähne sieht man kaum, dein dünnes Haar hältst du im Zaum.
Und auch die Geheimratsecken brauchst du nicht mehr zu verstecken.
Denn Schönheit geht vom Herzen aus. Bleib’ wie du bist, du altes Haus.
September 2010:
Freuden des Lebens
Es gibt so viele schöne Sachen, die dem Menschen Freude machen: Urlaub machen, Joggen, Reiten, die Freundin ins Café begleiten,
Lieben, Schmusen, einfach ruh’n oder sonst was Gutes tun. Doch mit das Schönste in uns’rem Leben ist ein gutes Essen eben.
Hier kann ich Spargel sehr empfehlen, man sollte Pfannkuch’ dazu wählen mit einem Sößchen aus Weißwein und Butter,
dazu passt Schinken (ein Rezept meiner Mutter). O Mensch, bewein’ dein’ Sünden groß und nehme keine Päckchensoß’! Der beste Wein ist gut genug! Die Zeit vergeht dann wie im Flug.
Auch Lauch ist etwas, was gut mundet. Das hat uns Oma schon bekundet. Ein Mürbeteig, mit Speck vom Bauch, darauf den angedünst’ten Lauch
mit Sahne, Eiern gut gebacken. Da stopft man gerne sich die Backen! Hierzu ein Bacchus gut gekühlt, man fast sich wie im Himmel fühlt.
Mag jemand kein Gemüse wählen, dem kann ich Lachs hier sehr empfehlen. In Blätterteig ein Hochgenuss! Fürwahr, ein absolutes Muss:
Lachs-Lasagne zum hohen Feste ist der Genuss für viele Gäste. Zum Fisch passt Riesling, das ist klar, so ist es schon seit hundert Jahr’.
Pasta ist ja groß in Mode; hier ein Rezept mit Chilischote. Es wird besonders gut geraten mit Peperoni, leicht gebraten
in Olivenöl, dem guten reinen, dazu viel Knoblauch, nur vom feinen! Wenn dann die Pasta ist al dente, kommt Parmesan hinzu ohn‘ Ende. Dazu wär’ Chianti wohl das Beste. Dann gibt es keine Überreste.
Wenn einer gerne Süßes isst, er dies’ Rezept wohl nie vergisst: Mischt man Rhabarber und Banane mit Zucker, etwas süßer Sahne,
streut Butterstreusel oben auf, dann nimmt der Festtag seinen Lauf. Das Ganze bäckt bei 200 Grad, da lechzt der Gaumen, in der Tat! Zum Essen passt ein würz’ger Wein.
Vielleicht ein Traminer, der wäre fein.
Oktober 2010:
Tag der deutschen Einheit
Was früher am siebzehnten Juni war, wird heute am dritten Oktober gefeiert. Das geteilte Deutschland ist wieder vereint,
und was in den Köpfen man heut’ noch verneint, wurde politisch angeleiert.
Ob dieser Tag alle glücklich macht, mögen viele bezweifeln, doch ich will bekennen, dass den freien Tag ich mit Freuden genieße
und ihn mit den Freunden im Osten begieße, die die Höhen und Tiefen des Lebens kennen.
November 2010:
Tag der deutschen Einheit
Dieser Tag gehört den Lieben, die im Jahr verstorben sind. Man denkt an sie mit großem Schmerz, es wird uns weinerlich ums Herz,
und manche tun’s auch wie ein Kind.
Kurz danach sind sie vergessen. Muss ein solcher Tag denn sein? Wär’s nicht besser, wenn die Trauer etwas länger wär´ von Dauer?
So ist doch alles nur noch "Schein".
Dezember 2010:
Die Gedanken sind frei
Man sitzt nun hier wie jedes Jahr und lauscht dem Manne im Talar, der heut’ zum höchsten Christentage erneut erörtert jene Frage:
Wie kam das Kind, der Sonnenschein, denn wirklich in die Jungfrau rein!? Doch da nun mangels DNA die Frage nicht zu klären war, ertappt man sich jetzt bei Gedanken, die sich nun um Themen ranken,
die mit Engeln, Schafen und solch’ Dingen nicht ganz in Einklang sind zu bringen.
Sitzt dort vorn in Reihe sechs nicht Rolf, meiner Kollegin Ex? Verließ er nicht vor Jahresfrist Frau und Kind, der „gute“ Christ!?
Man sieht ihn doch wie jedes Jahr stets gut gestylt nah’ beim Altar! Und drüben, dort beim Kerzenlicht - Gott sei Dank, sie sieht mich nicht -
die Nachbarin! Man fasst es kaum! Ist es real oder ein Traum? Geschmack sieht wahrlich anders aus, denn ihre Kleider sind ein Graus!
Vergang’nes Jahr zur Weihnachtszeit trug sie da nicht das gleiche Kleid?
Erst als die Orgel spielt ganz leise die schöne weihnachtliche Weise von der stillen Weihnachtsnacht,
wo alles schläft und einsam wacht, versiegt nun das Gedankenspiel; von der Predigt bleibt nicht viel! Nur weil die Tradition es will, sitz ich hier ganz fromm und still! Blieb nicht besser ich daheim
und schieb ’ne Weihnachts-CD rein? Besser wär’ es sicherlich, man macht’ Gedanken mehr um sich! Dann bräuchte man an heil’gen Orten nicht weiter in Gedanken morden.
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